Abgesehen von den üblichen Operationsrisiken, wie
Nachblutungen, Wundheilungsstörungen und Infektionen, verlaufen Otoplastiken
meist ohne Komplikationen. Vereinzelt können Blutergüsse auftreten, die
punktiert werden müssen. In äußerst seltenen Fällen, wenn bereits früher
Eingriffe am äußeren Ohr stattgefunden haben, kann die Blutversorgung gestört
sein und zu Schädigungen von Haut und Knorpel führen.
Die kosmetischen Resultate sind meist sehr gut. Allerdings
sollte man wissen, dass kein Ohr dem anderen gleicht. Das ist von Natur aus so
und kann auch nach der Operation der Fall sein. Narbenbildung und die Spannung,
unter der der operierte Knorpel steht, können erneut zur Deformierung der
Ohrmuschel führen. Dann ist ein zweiter Eingriff nötig..
Haare
waschen ist erst wieder erlaubt, nachdem die Fäden gezogen sind. Auch dann
sollte man die Ohren sehr vorsichtig behandeln. Bis die endgültige Ohrform nach
zwei Monaten erreicht ist und auch die restlichen Schwellungen abgeklungen
sind, sollten Kinder auf Ballspiele und Erwachsene auf schwere körperliche
Arbeiten verzichten
Abstehende Ohrläppchen sind wesentlich leichter zu
korrigieren als ein Ohr, das komplett absteht. Sie können mehrere Ursachen
haben:
- Ist der Knorpel am unteren Ohrrand zu stark ausgebildet,
wird ein Stück Knorpel entfernt und das Ohrläppchen so verschoben, dass es sich
schön anlegt.
- Handelt es sich um ein reines »Hautproblem«, wird der
abstehende Hautanteil durch eine versenkte so genannte Zügelnaht angelegt.
Unmittelbar nach der Operation muss man mit leichten
Schmerzen und Schwellungen rechnen. Pflaster und Hautfäden werden nach etwa
zehn Tagen entfernt. Um ein Abknicken der Ohrmuschel beim Schlafen und im
Liegen zu verhindern
, muss man in den ersten drei Wochen ein weiches Stirnband im
Bett tragen. In dieser Zeit sind die Ohren immer noch geschwollen und
empfindlich gegenüber Berührungen. Kinder und Erwachsene können nach drei bis
vier Tagen wieder in die Schule bzw. zur Arbeit gehen.
Operiert wird in Rückenlage mit leicht erhöht gelagertem Kopf.
Um an den Ohrmuschelknorpel zu gelangen, legt der Arzt den Hautschnitt an die
Rückseite des Ohrs oder innerhalb des Ohrmuschelrands, weil er dort später
nahezu unsichtbar verheilt. Mit einer Feile oder einem feinen Diamantschleifkopf
dünnt er den überschüssigen Knorpel so weit aus, bis er sich in die gewünschte
Form legt, und fixiert ihn mit drei bis vier feinen Nähten. Reicht diese Korrektur
allein nicht aus, kann er über einen weiteren Schnitt an der Rückseite der
Ohrmuschel den Knorpel zusätzlich verkleinern. Nach der OP werden die Ohren mit
einem Pflaster geschützt. Darüber wird ein Mützenverband angelegt.
Ohren, die in einem Winkel von über 30 Grad vom Kopf
wegstehen, entsprechen nicht mehr dem Ideal. Jeder 20. Mitteleuropäer wird
damit geboren. Da gerade Kinder extrem unter ihren »Segelohren« leiden,
empfiehlt sich eine operative Korrektur noch vor Schuleintritt oder spätestens
bis zum zehnten Lebensjahr. Der Eingriff ist bei Kindern möglich, weil im
Unterschied zu anderen Körperteilen die Ohren bereits mit fünf Jahren 90 Prozent
ihrer endgültigen Größe erreicht haben. Abstehende Ohren sind in der Regel
Folge einer zu geringen Krümmung des Ohrknorpels oder einer zu schwach
gefältelten Ohrmuschel. Anthelix ist der medizinische Fachbegriff für die
wulstige Falte vor dem Gehörgang. Um die Ohren enger an den Kopf anzulegen,
muss der Ohrknorpel in einem operativen Eingriff neu geformt und in dieser Form
fixiert werden. Bei Erwachsenen und Schulkindern wird eine
Otoplastik in Lokalanästhesie durchgeführt, bei kleineren
Kindern empfehlen manche Ärzte die Vollnarkose. In solchen Fällen sind
entsprechende Voruntersuchungen nötig.
Die ersten Tage verhindert ein Stützverband um die Brust
das Verrutschen der Implantate. Anschließend kann er durch einen fest sitzenden
BH ersetzt werden. Mögliche Schwellungen bauen sich bereits nach wenigen Tagen
wieder ab.