Neben
den üblichen Komplikationen einer Operation wie Nachblutungen, Infektionen
und Wundheilungsstörungen besteht bei Brustvergrößerungen die Gefahr einer
Kapselfibrose. Durchblutungsstörungen können entstehen, wenn
die Haut zu stark gedehnt ist. Schlimmstenfalls stirbt Gewebe ab (Nekrose).
Dann ist ein sofortiger chirurgischer Eingriff nötig. Zu den optisch
fehlerhaften Resultaten gehört das »Double-Bubble«Phänomen: Das Implantat kann
durch Kontraktion der Brustmuskulatur nach unten gedrückt werden, wodurch
seitlich zwei Wölbungen sichtbar werden.
Die
Fäden werden nach acht bis zehn Tagen gezogen. Bis dahin sollten Sie weder
baden noch zu heiß duschen. Der BH ist sechs Wochen lang Ihr ständiger
Begleiter bei Tag und Nacht. Sport, Sauna, Solarium sind so lange tabu. Ebenso
alle Bewegungen, bei denen die Brustmuskulatur angespannt wird, wie
Ausstrecken der Arme nach oben. Die Implantate könnten dabei verrutschen.
Die ersten Tage verhindert ein Stützverband um die Brust
das Verrutschen der Implantate. Anschließend kann er durch einen fest sitzenden
BH ersetzt werden. Mögliche Schwellungen bauen sich bereits nach wenigen Tagen
wieder ab.
Als
Vorbereitung empfiehlt sich vor dem Einsetzen eines Implantats eine Mammographie
zur Krebsvorsorge. Der Eingriff wird in Vollnarkose oder Lokalanästhesie mit
Dämmerschlaf durchgeführt. Der Chirurg setzt die notwendigen Schnitte. In der
Achsel und der Brustumschlagfalte ist eine etwa vier Zentimeter lange Öffnung
für alle üblichen Implantate ausreichend.
Das Implantat lässt sich in die Brust durch die Achselhöhle
(axillär), die Brustwarze oder die Umschlagfalte unter der Brust einsetzen. Die
Schnitte werden so angebracht, dass sie später kaum auffallen. Allerdings
spielen für die Technik nicht nur das ästhetische Empfinden, sondern auch Größe
und Form des Implantats eine Rolle. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile.
Zur Auswahl stehen halbkugelig-runde, flach-ovale und tropfenförmige
Kissen. Runde Implantate eignen sich allerhöchstens für noch sehr junge
Patientinnen und sind keine Investition in die Zukunft. Sinkt die Brust erst
mal mit dem naturbedingten Nachgeben des Gewebes ab, wirkt sie »künstlich«. Am
häufigsten wird deshalb eine tropfenförmige, anatomisch geformte Brust gewünscht,
die auch im Liegen noch natürlich aussieht.
Die Standardmaße der Implantate liegen zwischen 60 und 600
Kubikzentimetern.
Die Oberfläche der äußersten Hülle kann glatt oder rau
strukturiert (texturiert) sein. Glattwandige Implantate werden heute immer
weniger verwendet. Sie fühlen sich zwar weicher an, besitzen aber den Nachteil,
dass die postoperative Nachbehandlung langwieriger ist: Die Patientin muss die
neue Brust täglich massieren. Außerdem kommt es häufiger zur so genannten
Kapselfibrose, bei der sich das Bindegewebe um das Implantat so stark
verkapselt, dass sich das Kissen tennisballartig verhärtet. Das kann ziemlich
schmerzhaft sein. In einer Operation muss das Implantat ausgetauscht oder zumindest
die Kapsel erweitert werden.
Implantate, die mit physiologischer Kochsalzlösung gefüllt
sind, lösen keinerlei Unverträglichkeitsreaktionen im Körper aus. Auffüllbare
Kissen werden erst nach dem Einsetzen in die Brust befüllt. Dadurch ist ein
kleinerer Einschnitt und eine genaue Dimensionierung der Größe möglich. Auch
hier kommt es zu einer Art »Bleeding-Effekt«, die Lösung sickert aus, was mit
der Zeit unangenehme Gluckergeräusche verursachen kann. Ein weiterer Nachteil:
Die Implantate werden schneller leck und fühlen sich nicht so natürlich an wie
Silikongel. Ein Austausch sollte ebenfalls nach zirka zehn Jahren erfolgen.
Die 1992 in den USA ausgelöste Diskussion um die
gesundheitsschädigenden Folgen von Silikongel-Implantaten hat die Frauen
weltweit verunsichert. Inzwischen konnte die damalige Aussage widerlegt werden,
dass Füllungen aus Silikongel im Körper Autoimmunerkrankungen wie Rheuma
auslösen können. Tatsächlich zählt Silikon zu den am längsten bewährten
Materialien in der Medizin. Hinzu kommt eine Weiterentwicklung bei den
Brustimplantaten, bei denen der Flüssigkeitsanteil im Silikon minimiert wurde.
Und Produkte mit doppelwandiger Hülle, die der Trägerin zusätzliche Sicherheit
bietet. Bislang konnte nicht erreicht werden, dass die Implantate ewig halten.
Ebenso wenig konnte man ganz verhindern, dass das dickflüssige Silikon
tröpfchenweise aus der Hülle austritt – im Fachjargon »silicon bleeding«
genannt. Gesundheitliche Schäden sind dadurch nicht zu befürchten. Die feinen
Tröpfchen werden von Bindegewebe eingekapselt, was manchmal spürbare Knoten
verursachen kann. Dass der »Kunstbusen« beim Fliegen platzen kann, ist Unsinn.
Auch kann man mit ihm gefahrlos bis in 50 Meter Tiefe tauchen. Wird das
Implantat bei einem Unfall oder Sturz beschädigt, muss es eventuell ausgetauscht
werden.
Für Röntgenstrahlen sind Silikongel-Implantate nicht
durchlässig. Deshalb kann die Mammographie zur Brustkrebsvorsorge unter
Umständen unklare Ergebnisse bringen und eine genauere Untersuchung erfordern.
Der Busen besteht hauptsächlich aus Drüsen-, Fett- und
Bindegewebe. Erst in der Pubertät bildet sich unter dem Einfluss weiblicher
Geschlechtshormone das Drüsengewebe vollständig aus. Im geschlechtsreifen Alter
beträgt der Fettanteil gegenüber dem restlichen Gewebe 1:2. Später reduziert
sich das funktionsfähige Drüsengewebe, und der Fettanteil nimmt zu – je nach
Fettverteilung im übrigen Körper bis auf 5o Prozent. Das Drüsengewebe liegt auf
dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) auf. Die Brustdrüse ist aus
Läppchen aufgebaut, deren Ausführungsgänge – die so genannten Milchgänge – in
die Brustwarze (Mamille) münden. Diese ist von dem pigmentierten Warzenhof
umgeben.